Videoproduktion

Kreativität und Handwerk

 

Im Jahr 2012 begann ich mit der Filmerei. Das ist auch irgendwie ein Virus. Mit bewegten Bildern und entsprechendem Ton kann man Momente, Stimmungen und Orte dem Zuschauer einfach besser näher bringen. Er fühlt sich integriert und lebt diese Momente nach. Gut ist, dass man beim Filmen auch Geschichten erzählen kann. Durch den richtigen Schnitt kann man die Story in eine bestimmte Richtung drehen. Trotz aller Kreativität ist das Filmen ein Handwerk, welches erlernt werden muss. Als Quereinsteiger bleibt da nur learning by doing. Die Lernkurve ist dabei sehr lang. Viele Anfänger investieren Unsummen in Kameraequipment und vernachlässigen den Ton. Da ich schon seit Anfang der 90-er Musik aufnehme und mische, war der Einstieg in die Tonproblematik einfach für mich. Und es ist immer so: Probleme müssen erstmal auftreten, um erkannt und gelöst zu werden. Was habe ich mich schon über Bugs in meinem Schnittprogramm aufgeregt. Mit der Zeit entwickelt man Umgehungslösungen für jedes Problem. Auch für die eigenen ;-)

Learning by doing

 

Das geht wohl jedem so. Wenn man sich seine Erstwerke anschaut, läuft es einem kalt den Rücken runter. Aber diese Werke sind leider notwendig, um sich verbessern zu können. In 2012 kam dann auch schon der erste Auftrag. Mein 2. Video war für eine grosse Softwarefirma. Mit einem soliden Stativ und Prosumer-Camcorder, dazu etwas Ton-Equipment ging ich voller Elan an diesen Auftrag. Da ich vorher schon grosse EDV-Projekte durchgeführt hatte, waren ein Konzept und Drehbuch kein Problem für mich. Die technisch-handwerklichen Fähigkeiten kamen schnell. Auch die Interviewszenen waren gut. Nur die Voice-Over Aufnahmen sind für mich aus heutiger Sicht ein Graus.

 

Dann habe ich angefangen, auf meinen Wandertouren zu filmen. Unterwegs im Gelände ohne Stativ zu filmen ist dann auch eine Herausforderung. Irgendwie schwankte das Bild immer wie auf einem Schiff. 2014 habe ich dann entnervt den Camcorder gewechselt, mit dem ich heute noch unterwegs bin. Seinerzeit als beste HD-Cam bewertet, liefert er auch heute noch eine sehr gute Bildqualität. Den 4K-Hype habe ich nicht mitgemacht, weil gutes Bild und Ton verbunden mit einer vernünftigen Geschichte auch ohne 4K funktionieren. So habe ich weiter an der Voice-Over Performance gearbeitet und bewerte die Ergebnisse aktueller Projekte als gut. Natürlich immer noch mit Luft nach oben ...

 

Es kamen dann kleinere Projekte für Hotels, eine Kosmetikfirma, ein 2. Video für die o.g. Softwarefirma und dann endlich mein erster Auftrag für eine Ferienhausagentur auf Teneriffa. Das war eine neue Herausforderung. Ich war eine Woche vor Ort und musste mich dem Terminplan des Auftraggebers anpassen. Dann gab es Probleme mit dem Wetter, weil ich auch Copteraufnahmen einsetzen wollte. Mal war keine Sonne, dann zu viel Wind. Die Szenen mit Darstellern waren eine Herausforderung im Coaching für mich. Insgesamt war ich aber zufrieden.

 

 

2017 habe ich dann eine 45-minütige Dokumentation über Teneriffa produziert. Im Februar flog ich für diverse Szenen nach Teneriffa. Am ersten Tag hatte ich Glück, weil das Wetter noch gut war und ich die Mandelblüte einfangen konnte. Ab dem 2. Tag war das Wetter grauenvoll. Sämtliche Flugaufnahmen wurden von dunklen grauen Wolken begleitet. So musste ich im April nochmal hin. Das Wetter war wunderbar. Leider bin ich am ersten Tag in den Bergen abgestürzt aber alle notwendigen Szenen konnte ich drehen und war auch mit den Flugszenen zufrieden. Teile dieser Doku kann man im Teneriffa-Bereich dieser Seite sehen.


DSGVO für Fotografen und Filmemacher

 

Seit dem 25.5. gilt jedes digitale Foto und Video, auf dem Personen (auch im Hintergrund) abgebildet werden, als Datenerhebung. Man muss bereits vor der Aufnahme die Genehmigung aller auf dem Bild gezeigten Personen schriftlich einholen. Das soll auch für Personen als Beiwerk inmitten einer Landschaft oder für Personengruppen gelten. Hier ein entsprechender Beitrag. Ein Aufschrei ging durchs Web. Es wurden Petitionen eingereicht, um die Bundesregierung zu motivieren, sogenannte Öffnungsklauseln der DSGVO für eigene gesetzliche Regelungen zu nutzen. Hier eine Petition, die auch ich unterschrieben habe. Das Thema wurde heiss diskutiert, zumal die Strafandrohungen durch Bussgelder bei 10 Mio € liegen. Für freie Fotografen und Filmer bedeutete das quasi ein Berufsverbot. Als Beispiel wurde immer wieder der Hochzeitsfotograf angeführt, der zwar das Brautpaar aber nicht deren Gäste ohne die 8-seitige Genehmigung von jedem Einzelnen fotografieren darf.


Information des BMI

 

Das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat hat dazu folgende Erklärung auf diversen Seiten veröffentlichen lassen:

 

"Gerne nehme ich vertiefend zu Ihren Fragen Stellung. Um Wiederholungen zu vermeiden, möchte ich jedoch eingangs erneut betonen, dass sich aus der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und den diese ergänzenden nationalen Gesetzen keine wesentlichen Änderungen der Rechtslage bei der Anfertigung und Verbreitung von Fotografien ergeben.

 

Das Anfertigen von Fotografien wird sich auch zukünftig auf eine - wie bislang schon - jederzeit widerrufbare Einwilligung oder alternative Erlaubnistatbestände wie die Ausübung berechtigter Interessen (Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO) stützen können. Diese Erlaubnistatbestände (nach geltender Rechtslage Art. 7 der geltenden EU-Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG i.V.m. den nationalen Umsetzungsgesetzen) decken seit vielen Jahren datenschutzrechtlich die Tätigkeit von Fotografen ab und werden in Art. 6 DS-GVO fortgeführt. Die Annahme, dass die DS-GVO dem Anfertigen von Fotografien entgegen stehe, ist daher unzutreffend.

 

Für die Veröffentlichung von Fotografien bleibt das Kunsturhebergesetz auch unter der ab dem 25. Mai 2018 anwendbaren Datenschutz-Grundverordnung erhalten. Es sind, wie ich bereits in meiner Antwort ausgeführt habe, keine Änderungen oder gar eine Aufhebung mit Blick auf die Datenschutz-Grundverordnung vorgesehen. Die Ansicht, das Kunsturhebergesetz werde durch die DS-GVO ab dem 25. Mai 2018 verdrängt, ist falsch. Das Kunsturhebergesetz stützt sich auf Artikel 85 Abs. 1 DS-GVO, der den Mitgliedstaaten nationale Gestaltungsspielräume bei dem Ausgleich zwischen Datenschutz und der Meinungs- und Informationsfreiheit eröffnet. Das Kunsturhebergesetz steht daher nicht im Widerspruch zur DS-GVO, sondern fügt sich als Teil der deutschen Anpassungsgesetzgebung in das System der DS-GVO ein. Eine gesetzliche Regelung zur Fortgeltung des Kunsturhebergesetzes ist nicht erforderlich. Ebenso führen die Ansätze anderer Mitgliedstaaten, die sich in allgemeiner Form zum Verhältnis von Datenschutz und Meinungs- und Informationsfreiheit verhalten, in der praktischen Umsetzung nicht weiter und führen nicht zu mehr Rechtssicherheit.

 

Die grundrechtlich geschützte Meinungs- und Informationsfreiheit fließt zudem unmittelbar in die Auslegung und Anwendung der DS-GVO ein, insbesondere stellen sie berechtigte Interessen der verantwortlichen Stellen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f) DS-GVO dar. Die DS-GVO betont, dass der Schutz personenbezogener Daten kein uneingeschränktes Recht ist , sondern im Hinblick auf seine gesellschaftliche Funktion und unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips gegen andere Grundrechte abgewogen werden (Erwägungsgrund 4). Zu den von der DS-GVO in diesem Zusammenhang genannten Grundrechten zählt ausdrücklich auch die Freiheit der Meinungsäußerung und Informationsfreiheit."


keine Rechtssicherheit

 

Eine anwaltliche Einschätzung der Information des BMI gibt es hier. Die Unsicherheit bleibt. Momentan besteht keine Rechtssicherheit, da die Bundesregierung es versäumt hat, die Öffnungsklauseln der DSGVO für eigene gesetzliche Regelungen zu nutzen. Somit muss man erst einmal abwarten, was in Zukunft diverse Gerichte in den verschiedenen Instanzen entscheiden. Unverständlich ist, warum die Bundesregierung das nicht klar regelt, wie es z.B. die Regierungen von Schweden und Österreich getan haben. Insofern macht für mich oben genannte Petition duchaus Sinn, um die Bundesregierung entsprechend zu motivieren.