Teneriffa - das Wanderparadies im Atlantik

Massentourismus oder die perfekte Wanderinsel?

 

Hier trifft wohl beides zu, denn auf jeden der 890.000 Einwohner kommen jährlich 6 Touristen auf die Insel. Der Tourismus erwirtschaftet fast ein Drittel des kanarischen Bruttosozialproduktes und beschäftigt 35% der Erwerbstätigen. Der Reiz liegt im milden Klima aufgrund des tropischen Nordostpassatwindes. Im Winter sind hier um die 20°, weshalb viele Ruheständler auf Teneriffa überwintern und im April in ihre Heimat zurückkehren.

 

Die sonnenhungrigen Urlauber zieht es in den Süden zu den Sandstränden von El Medano, Los Cristianos und der Costa Adeje. Naturliebhaber und Wanderer wohnen eher im Norden, weil sich dort die Gebirge Teno und Anaga befinden. Mittlerweile war ich in 4 Jahren insgesamt 4 Monate auf der Kanareninsel und biete selber Wanderführungen an. Auf meiner Wanderseite befinden sich alle von mir gewanderten Touren und meine Wanderangebote.

Wandern auf Teneriffa

 

Als ich 2014 das erste Mal auf Teneriffa war, hat mich die Vielseitigkeit der Naturlandschaften sehr überrascht. Die Gebirge Anaga, Teno und der Nationalpark Teide bieten mehr, als man in 14 Tagen schaffen kann. Mittlerweile war ich viele Monate auf der Insel und bin immer wieder begeistert. Das hat mich auch dazu veranlasst, nach Teneriffa zu ziehen. Eine Stelle als Wanderführer habe ich bereits gefunden. Nun bin ich auf der Suche nach einer Wohnung in Puerto de la Cruz.

 

Vor 2 Jahren begann ich einen Wanderführer zu schreiben. Er umfasst momentan 65 Wanderungen, wobei sich 23 neue Touren in der Planung befinden. 2017 habe ich eine Dokumentation über Teneriffa als Bluray/DVD produziert. Ausschnitte davon befinden sich auf meinem Youtube-Kanal und auf dieser Seite.

 

Hier kannst Du meinen Youtube-Kanal abonnieren:

 


 

Das Gebirge Anaga

 

Vor 7 bis 9 Millionen Jahren enstand das nordöstliche Gebirge Teneriffas. War es zunächst eine eigene Insel, so wuchs es nach und nach mit den anderen Teilen Teneriffas zusammen. Der Name Anaga leitet sich aus dem einstigen vorspanischen Königreich „Menceyato de Anaga“ ab. Die Ureinwohner waren die Guanchen, was übersetzt „Mensch Teneriffas“ bedeutet. Sie stammten von nordafrikanischen Berberstämmen ab und lebten jahrhundertelang fernab jeder Zivilisation. Das Anaga-Gebirge ist aufgrund des Nordostpassat die feuchteste Region der Insel. Deshalb befinden sich hier auch die meisten Flächen mit Lorbeerwald.

 

Seit 2015 ist der Nationalpark Anaga Biosphärenreservat. 4 Bereiche werden besonders geschützt und sind nur mit einer Genehmigung zu betreten. Das Gebiet um den Chinobre gehört dazu. Vom Cabezo del Tejo kann man wunderbare Ausblicke geniessen. Die Anfahrt in das Anaga-Gebirge ist schon etwas aufwendig aber mit einem Mietwagen machbar. Chamorga am nordöstlichen Rand Teneriffas und Taganana bieten sich als Ausgangspunkte für Wanderungen an. Frischen Fisch kann man gut in Roque de las Bodegas und Benijo essen. Der Barranco de Igueste gilt als Geheimtipp und danach sollte man unbedingt den Lieblingsstrand der Tinerfenos "Las Teresitas" aufsuchen. Hier wurde 1973 feiner weisser Sand aus der Sahara aufgeschüttet. So kann man wandern und baden perfekt kombinieren.


Das Teno-Gebirge

 

Windgepeitscht und wolkenverhangen, so präsentiert sich häufig das Teno-Gebirge im Nordwesten Teneriffas. Vor allem die karge Teno-Hochfläche wirkt an Regentagen fast schon abweisend. Das fruchtbare Palmar-Tal und das Masca-Tal bilden mit seinen Palmen einen lieblichen Gegensatz zu dieser Kargheit. Das Gebirge wird von tiefen Schluchten durchzogen, die steil zur Küste abfallen.

 

Die berühmteste Schlucht auf Teneriffa ist der Barranco de Masca. Das Bergdorf Masca liegt im südlichen Teno-Gebirge und ist mittlerweile einer der beliebtesten Orte der Insel. Scharen von Touristen werden hier den ganzen Tag lang hergefahren. Sie schauen, knipsen, kaufen Andenken, essen und fahren dann wieder zurück. Nur die wenigsten erwandern die Mascaschlucht. Der 4 Kilometer lange Abstieg zieht sich bis zur Playa de Masca. Von Januar bis März kann man im Gebiet um Tamaimo die Mandelblüte erleben und auf den 2 Bergsteigen Guerguessteig und Riscosteig die Höhenluft an einer Abbruchkante erleben.

 


 

Wandern in den Canadas

 

Wer das erste Mal bei schlechtem Wetter in den Nationalpark Teide (3717 Meter) hochfährt, wird positiv überrascht. Denn hier scheint über der Wolkengrenze auf 2000 Metern Höhe meist die Sonne. Dazu macht der riesige Krater mit seinem Lavagestein auf den Betrachter grossen Eindruck. Die Lavalandschaften der Canadas bieten eine Vielzahl von Wanderwegen von leichtem bis schwerem Anspruch. Ein Wanderführer für die schweren Touren ist zu empfehlen, um die sicheren Wege zu finden. Die offiziellen Wege sollte hier nie verlassen werden. Meine Favoriten sind die Fortaleza, die Guajara, der Pico Viejo und der Aufstieg zur Bergstation des Teide. Der Aufstieg zum Teidegipfel ist genehmigungspflichtig und monatelang im Voraus gebucht.


sonstige Wandergebiete

 

Neben den genannten gibt es noch eine Vielzahl von Wanderungen.

 

Im Norden wäre da der Barranco de Ruiz, die Los Organos bei Aguamansa und der Panoramaweg bei Los Realejos.

 

Im Osten befinden sich der Risco de la Vera und die Ruta de las Ventanas bei Güimar, eine traumhafte Kanalwanderung auf 1000 Metern Höhe.

 

Auch der Süden hat einiges zu bieten wie den Felsenbarranco von Ortiz, die Boca del Paso und den Barranco del Infierno bei Adeje.

 

Die nebenstehende Karte zeigt alle von mir gegangenen Touren. Es gibt noch einige weisse Flecken, die ich noch ergründen werde. Mein Ziel ist, auch die Anschlußgebiete zu erwandern, um somit eine gutes Gefühl für ein komplettes Gelände zu entwickeln. Erst dann ist es meiner Meinung nach möglich, Toptouren zu kreieren. Diese landen dann auf meiner Wanderseite und im Wanderführer.