Cambridge 751BD: fehlerhaftes Bass-Management

 

1. Fehler: Am Sub-Out werden 2 Signale ausgegeben. Zunächst alle Bassanteile der Hauptkanäle unterhalb der Übernahmefrequenz und dann der LFE-Kanal des abgespielten Mediums. Dabei ist es wichtig, dass der LFE-Kanal genau 10 dB lauter ist als der Subanteil der Hauptkanäle. Im unteren Bild (Vergleich Left/LFE) kann man erkennen, dass die Abweichung des LFE-Kanals nicht 10 dB hat sondern 14,4 dB. Stellt man nun den Sub-Out so ein, dass er die Hauptkanäle linear unterstützt, ist der LFE-Kanal um ca. 4,4 dB zu laut. Bei einigen Musikproduktionen merkt man nichts, weil dort kaum etwas in den LFE gemischt wird. Bei Produktionen mit LFE-Anteil ist der Tiefbass bei Kickdrum, Bassgitarre und Bass-Synths zu laut. Stellt man nun die Hauptkanäle auf groß und reduziert den LFE um 4,5 dB passt alles. Aber so kann man keinen Sub mehr für die Hauptkanäle einsetzen.

 

 

2. Fehler: Die im Player eingestellte Übernahmefrequenz wird auch beim LFE-Kanal eingesetzt. Will man seine Lautsprecher nur untenrum mit Subwoofer ergänzen und stellt 40 oder 60 Hz ein, so wird der LFE-Kanal auch bei dieser Frequenz beschnitten. Das ist natürlich Unsinn und entgegen jeglicher Spezifikation. Der LFE sollte immer bis 120 Hz übertragen.

 

Lösung 1: Ich wusste, dass es mit der aktuellen FW (16-0605) möglich ist, das Delta auf 10 dB zu bekommen und habe mit dem Pegel des Sub-Out gespielt. Dabei habe ich festgestellt, dass wenn der Sub im Cambridge auf +10 steht, das Delta genau 10 dB ist. Der Wert 9,5 geht auch noch. Beim Wert 9 ist die Abweichung schon 11 dB und wird dann immer größer, je niedriger der Sub-Pegel ist. Im Player +10 einstellen und am Subwoofer reduzieren ist die Lösung.

 

 

Im Bild kann man gut die Buckel der 1. Raummode bei 27 Hz vergleichen. Beide Buckel liegen genau über dem Strich. Der Abstand beträgt jetzt genau 10 dB.

 

Lösung 2: Man sollte eine hohe Übernahmefrequenz einstellen. Mindestens 80 sollte es wegen der DTS-Spezifikation sein. Bei 60 oder 40 verliert man sehr viel Signalanteile im LFE-Kanal, was bei Filmen deutlich auffällt.

top


Phantomcenter: Optimierung der Pegelung

 

Bisher hatte ich in meinem Projektstudio einen Center im Einsatz. Beim Musikhören von 5.1 hatte ich oft das Gefühl, dass der Center entweder beim produzierenden Studio oder bei mir nicht korrekt gepegelt war. Entweder er war zu laut oder zu leise. Da einige Surround-Mischer gerne mal den Gesang nur in den Center legen, war das Problem dann oft lästig. Meine Abhörposition ist ideal im Sweetspot. Der Abstand zu allen Hauptkanälen beträgt 2 Meter. Der Center Kef Reference 202c strahlte genau über den Bildschirm ab. Die Pegelung des Centers erfolgte per Pegelmeßgerät, Hörtest mit Rauschen und Messung mit Carma.

 

Nach dem Wechsel auf aktive Neumann KH120 mit 2 Nubert AW-1300 als 4.1 nutze ich den Phantomcenter. Diesen erhält man, indem man im Player/Receiver/Vorstufe den Center ausschaltet. Dann werden die Center-Signale auf die Main verteilt. Allerdings sind diese Signale um genau 3 dB zu hoch. Die Level-Einstellung für den Center ist im Player nicht anwählbar. Das ist anscheinend bei vielen Playern, Receivern und Vorstufen so. Die Ausnahme scheint Denon zu sein. Im Meßprotokoll erkennt man die Pegelerhöhung des Centers (blau) gegenüber dem linken Kanal (rot).

 

 

Da man also den Center nicht abschalten darf, muss man ihn extern auf die Main pegelreduziert dazumischen. Es gibt diverse aktive Kleinmischer, die das könnten aber die Qualität würde sich verschlechtern. So habe ich mich für den passiven Kleinmischer Rolls MX42 aus dem Studiobereich entschieden. Dabei erfolgt lediglich ein Pegelverlust aber die Qualität bleibt gleich.

 

Die L/R-Ausgänge meines Players gehen in den ersten Stereoeingang des Rolls. Der Center geht in ein Y-Kabel und von dort in den zweiten Stereoeingang. Beide Kanäle des Rolls werden maximal gepegelt. Die Anpassung der Pegel im Player erfolgt meßtechnisch. Die Kanäle L und R müssen um ca. 4 db angehoben werden. Der Center wird um ca. 8 dB leiser als L und R eingestellt. Bei Vorstufen/Endstufen-Kombinationen sollte das Einmesssystem der Vorstufe automatisch die korrekten Pegel einstellen. Bei Receivern funktioniert die Lösung nur, wenn man die Vorstufe/Endstufe auftrennen kann.

 

 

Für unter 100 € erhält man eine hochwertige Lösung des Pegelproblems. Die Center-Signale passen sich sehr gut in den Mix ein. Problembehaftete Mischungen mit Center klingen mit Phantomcenter ausgewogen. Am Rolls kann man auch mal die Kanäle für L/R runterregeln, um das Center-Signal zu prüfen.

 

Ein Phantomcenter kann bei Wiedergabe im Sweetspot nützlich sein. Auch im Wohnzimmer höre ich mittlerweile über den Phantom-Center. Bei Heimkino-Anwendungen mit weit aussen liegenden Hörplätzen ist der Einsatz eines Centers zu empfehlen.

top


Player: Nutzung Multichannel-Ausgang statt Receiver

 

Wenn man einen akustisch optimierten Raum hat, kann man einen Bluray-Player mit hochwertigen Wandlern und Multichannel-Ausgang nutzen, um die Wiedergabequalität zu verbessern. Vor allem die höhere Wandlerdynamik macht sich gegenüber Receivern und Vorstufen der Oberklasse deutlich bemerkbar. Allerdings gibt es auch Nachteile. Man muss auf ein Einmess-System verzichten und die Lautstärkeregelung separat betreiben.

 

Das fehlende Einmess-System setzt einen Raum mit optimaler Aufstellung der Lautsprecher und Subwoofer voraus. Absorber an den Spiegelpunkten und Bassabsorber in den Raumecken minimieren den Nachhall. Für die Lautstärkeregelung müssen ca. 500 € eingeplant werden (SPL SMC). Das im BD-Player vorhandene Bass-Management sollte meßtechnisch optimimiert werden.

 

Selber nutze ich einen Cambridge 751BD am SPL SMC mit 4 Neumann KH120 und 2 Nubert AW-1300DSP. Der Raum wurde mit Bass-Absorbern und an den Spiegelpunkten von Decke und Seiten behandelt. Die jetzige Lösung hat einen Marantz AV7005 abgelöst und ergab eine hörbare Steigerung in der Dynamik und Auflösung.

top

Referenzen     Preise     Impressum     Kontakt