Nichts für Vegetarier

 

Eigentlich grille ich ganz gerne. Am liebsten mit einem Kugelgrill. Das indirekte Grillen ist gesünder und das Fleisch bleibt trotz Kruste und Röstaromen innen zart. Leider darf man auf dem Balkon einer Mietwohnung nicht grillen. Und Beefer auf Basis von Gas sind nur outdoor geeignet. Mittlerweile gibt es Elektro-Beefer für den Innenbereich. Mein erster Test war das abgebildete Rumpsteak und hat ein überraschendes Ergebnis gebracht.

Eletro-Beefer

 

Beefer sind eine feine Sache. Der sogenannte Maillard-Effekt stellt sich bei 800° ein. Die Bräunungsreaktion entsteht durch Aminverbindungen. Lebensmittel erhalten eine Kruste und bleiben innen saftig. Steaks sind aussen kross und braun und innen zart. Geschmacklich und von der Konsistenz hat es durchaus Ähnlichkeit mit dem indirekten Grillen auf einem Holzkohle-Kugelgrill. Allerdings fehlt der rauchige Geschmack.

 

Die meisten Beefer werden mit Gas betrieben und die Leistung landet direkt am Brenner. Mittlerweile gibt es auch Beefer auf Elektro-Basis. Sie gibt es in verschiedenen Preisklassen. Marktführer ist die Firma Wilde mit Preisen um die 800 €. Andere Firmen wie Klarstein bieten Beefer etwas preiswerter an. So ist der Steakreaktor für 600 € zu haben. In einigen Tests hat das Gerät nicht so gut abgeschnitten, da der Bräunungsgrad nicht gleichmässig war.

 

Relativ neu auf dem Markt ist der Klarstein Steakreaktor Core. Für 220 € ist er wirklich preiswert, bietet ein durchdachtes Bedienkonzept und hervorragende Grillergebnisse. Auf dieser Seite werde ich das Gerät ausgiebig testen und Garzeiten veröffentlichen.


Test Klarstein Steakreaktor Core

 

Der Steakreaktor Core besitzt ein Einstichthermometer, mit dem man die Kerntemperatur des Fleisches messen und am Beefer anzeigen kann. Daher auch der Name. Der Beefer sieht aus wie ein PC Midi-Tower. Das Innenleben und Zubehör ist aus Edelstahl. Das Gerät ist gut wärmeisoliert und hat 2 Lüfter, die sich ab 100° Innenraumtemperatur dazuschalten.

 

Das Heizelement ist sehr groß und durchgängig. Der Netzstecker kann in eine normale Steckdose gesteckt werden. Man sollte darauf achten, dass auf der Steckdose nicht gleichzeitig ein weiterer Grill z.B. für die Pommes läuft, da der Beefer maximal 2100 Watt zieht.

 

Der Beefer wird mit nur einem Knopf bedient. Mit einem Druck kann man mit den voreingestellten Werten vom letzten Grillvorgang den Aufheizvorgang sofort starten. Man kann aber auch Temperatur und Zeit vorher mit Drehen des Reglers anpassen. Nach Start des Vorheizens zeigt die linke Anzeige die aktuelle Temperatur des Heizelementes an. Dabei läuft rechts der Countdown der eingestellten Zeit schon mit. Das ist etwas unglücklich gelöst. Ich setze den Timer auf 16 Minuten, dann habe ich 10 Minuten zum beidseitigen Beefen und schalte dann manuell aus. Vorsicht: der Bedienknopf wird heiss. Grillhandschuhe sind eigentlich nicht notwendig. Topflappen tun es auch.

 

In der Anleitung ist die Garzeit eines 2,5 cm dicken Rumpsteaks zu finden. Sie beträgt pro Seite 2 Minuten. Das hat auch sehr gut funktioniert. Nach Ablauf des Timers oder durch 2 sec langes Drücken des Knopfes wird das Heizelement abgeschaltet. Die Lüfter kühlen nun das Gerät in ca. 10 Minuten auf unter 100°. Dann schalten sich die Lüfter aus und man kann hinten den Netzschalter drücken. Das Reinigen des Innenraumes ist sehr einfach. Die seitlichen Schienen sind dabei entnehmbar.

 

Bewertung Klarstein Steakreaktor Core:

 

+ gutes und gleichmässiges Grillergebnis

+ grosses Heizelement

+ einfache Reinigung

+ Preis-/Leistungsverhältnis

- Bedienungskonzept

- Einstellknopf wird heiß


Rumpsteak:

auf Zimmertemperatur bringen und vorsalzen

Dicke


2,5 cm

2,5 cm

2,5 cm

Einschub


1

2

3

Garzeit/Seite


1,5 min

2,0 min

2,5 min

Garstufe


rare

medium

well-done

 

Fazit: das Ergebnis war hervorragend. Das Rumpsteak war medium mit einem Tick in die Richtung "well done". Es war auch etwas dünner als 2,5 cm. Die Bräunung war gleichmässig. Fettanteile wurden etwas dunkler, was ein normaler Effekt ist. Das Steak hatte eine Kruste und war innen zart. Fleischsaft war noch vorhanden.

 

Forelle: auf Zimmertemperatur bringen, mit Zitrone und Rosmarin füllen und vorsalzen

Dicke


3 cm

Einschub


5

Garzeit/Seite


3 min

Garstufe


glasig

 

Fazit: das Ergebnis war leider nur durchschnittlich. Die Forelle war innen saftig aber die Haut war nicht cross. Ich vermute man muss mit der Temperatur runter und mit der Zeit rauf.

 

Hänchenbrust: plattieren, maninieren und auf Zimmertemperatur bringen

Dicke


2 cm

Einschub


2

Garzeit/Seite


2 min

Garstufe


well done

 

Fazit: das Ergebnis war wie erwartet fantastisch. Obwohl die Hähnchenbrust ohne Haut keine Fettanteile hat, bekam sie Röstaromen und war innen saftig und zart. Die Marinade bestand aus Olivenöl, Magic Dust, Thymian und Chilli.

 

Schweinekotelet:

auf Zimmertemperatur bringen

Dicke


2 cm

Einschub


2

Garzeit/Seite


2,5 min

Garstufe


well done

 

Fazit: eigentlich bin ich kein Freund von Kotelett, weil mir der Fettanteil zu hoch ist. Im Beefer bekommt aber gerade dieser Fettanteil herrliche Röstaromen. Nach dem Beefen kam nur etwas Meersalz und grober Pfeffer oben drauf. Es schmeckte richtig gut.